Möbiusbackup

Möbiusbackup

Alles fing wie immer ganz harmlos an:

Eines schönen morgens schickte das Backup eine Mail, dass kein Platz mehr frei sei. Nagut das kommt schonmal vor, weil der Pool ja nun genau so groß ist, wie er sein muss – da wartet man dann ein bis zwei Tage, in denen laufen alte Volumes ab und das ganze regelt sich von selbst wieder. Wenn aber drei Tage lang das Backup steht fängt man doch mal an zu grübeln. Als ich dann nachsah, welche Kiste denn da übervoll ist, war der Kandidat erstmal recht unauffällig, klar die Maschine mit den Buildartefakten der Devs ist gerne mal recht voll, aber 400 Gigabyte bauen eigentlich selbst die nicht…

Also mal den Kollegen gefragt, ob er in letzter Zeit was an dem Server gemacht hat. Mein damals noch Kollege war ja nicht nur meine zweite Gehirnhälfte im Büro, sondern ist auch einer meiner besten Freunde, wenn ich ihn also hier aus anonymitätsgründen “Monsterchen” nenne und er dabei ein bisschen trottelig weg kommt, keine Angst, das habe ich ihm hinterher alles genau so gesagt – mit den liebevollen und aufbauenden Worten “Boah, du Trottel!”. Liebes Monsterchen, ich hab dich trotzdem lieb 😉

Ja, er hatte probleme mit dem VPN auf der Kiste gedebuggt, die sich letztendlich nach langer Suche, bei der er vor lauter Bäumen den Wald nicht gesehen hatte, auf ein abgelaufenes Zertifikat zurückführen ließen. Leider hatte er dabei in der OpenVPN config das verb 11 vergessen wieder auf gesunde 3 zurückzudrehen. Wer jetzt schon weiß was passiert ist: Ja, genau das – nur noch schlimmer. Der Server hatte brav jedes einzelne Paket in den OpenVPN Log geschrieben, aber nicht nur das: Die kompletten Backups liefen über das VPN, was natürlich eine hübsche kleine Endlosschleife produziert hatte, da der Backupdienst versuchte selbiges Log zu backupen, das weiterhin parallel anwuchs.

Die ganze Sache grenzte schon ein klein wenig an totale Vertrottelung, illustriert aber wunderbar, was passiert, wenn man nach dem Testen oder Debuggen nicht ordentlich hinter sich aufräumt.

Also liebe Lesende: Husch, husch, räum deine Server auf!


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