Da brat mir doch einer nen Treiber!

Da brat mir doch einer nen Treiber!

Heute hat eine Fehlersuche der in meinen Augen etwas absurderen Art stattgefunden:

Ein Kollege (einer meiner liebsten deshalb habe ich ihm geholfen), nennen wir ihn einfach mal Skippy, beklagte sich darüber, dass bei seinem Notebook der Suspend-Modus nicht funktioniert. Dabei handelte es sich um ein 15 Zoll Notebook mit separater Nvidia-Grafikkarte eines namhaften Herstellers, dessen 13-Zoll-Variante ohne Gaminggrafik und Schnickschnack ich benutze.

Die betroffene Distribution war ein Ubuntu 16.04 – aber auch unter 15.04 hatte es schon nicht funktioniert. Nach dem suspend ging der Laptop von alleine wieder an und der Bildschirm blieb schwarz. Mit föhnenden Lüftern betätigten sich die Geräte als Heizung, was auch zwei andere Kollegen mit denselben Geräten unter Ubuntu 15.irgendwas und Debian stretch bestätigen konnten.

Ich erinnerte mich, dass ich anfangs ganz ähnliche Probleme gehabt hatte, dass es allerdings bei mir schon seit langem reibungslos funktionierte, und dass es bei mir außerdem ein BIOS-Update mit einem Fix zum Thema suspend gegeben hatte. Also betreute ich Skippy psychologisch, während er das BIOS-Update von Mitte letzten Jahres herunterlud und installierte. Leider ohne Effekt.

Da das halbe Internet auf ähnliche Probleme stieß aber niemand eine befriedigende Lösung dazu anbieten konnte, verdächtigte ich natürlich zunächst die bösen proprietären Treiber der Nvidia-Grafikkarte und wir versuchten, diese abzuschalten. Da das im BIOS nicht ging (und es sowieso im BIOS keine Optionen zu irgendeiner Grafikkarte gab) hatten wir immerhin Glück unter Ubuntu ein funktionierendes prime-select vorzufinden. Einer von euch muss mir bei Gelegnheit dringend mal zeigen, wie ich ein PCI-Device zur Laufzeit einfach mal vom Bus kicken kann…

Naja leider war es wohl nicht die böse Nvidia-Grafik und es blieb unklar, warum es bei mir als einziges funktionierte. Nachdem beim suspend/hibernate auch immer eine Warnmeldung des Ethernet-Controllers zu sehen war kam irgendwann dann irgendjemand auf die Idee, dass wir ja noch ein Device mit bösen prorietären Treibern in der Suppe schwimmen hatten: die Broadcom-WLAN-Karte.

Nun bin ich ja ein besonderer Freund von nicht-Intel WLAN-Karten, da die unter Linux ja bekanntlich so gut funktionieren *hust*. Naja auf jeden Fall funktionierte die bei meinem Notebook auch mehr schlecht als recht und machte immer wieder ärger weshalb ich – Moment mal – permanent mit entladenem wl-Modul herumlaufe und es nur bei echtem Bedarf lade, denn im Büro hänge ich ja sowieso am Kabel. Aber das muss ein Zufall sein. Bitte lass das ein Zufall sein, liebes Universum, denn wer schafft es so banane zu sein, dass man sowas so verkackt?

Es kam, wie es kommen musste: rmmod wl, und schwupps, suspend verhält sich wie es soll und schon immer getan hat. *facepalm*

Wer jetzt so wie ich glaubt “nimmste das in die suspend-Skripte mit auf und fertig” hat sich leider getäuscht, denn es ist unmöglich herauszufinden, wo jetzt der suspend-Knopf von so einem Unity oder Gnome3 oder wasauchimmer hinzeigt. Fest steht der systemd-logind ist es nicht und wenn ich DBus anfasse bekomme ich ausschlag.

Naja wer weiß, Skippy suspendet jetzt von der Shell aus und für alles andere findet sich vielleicht irgendwann noch ein Developer, der ne schlaue Idee hat. Was bin ich froh, dass mein i3 keinen Suspend-Button hat…


2 thoughts on “Da brat mir doch einer nen Treiber!

  1. Kann er nicht einfach die Hardwaretaste dafür benutzen? Sofern ich mit meiner Vermutung bezüglich des Herstellers richtig liege, gibts da mit FN+F4 doch ne wunderbare Taste. Und die liefert auch n anständiges ACPI-Event, auf das mensch reagieren kann.

  2. Der Hersteller ist leider nicht Lenovo, sonst wäre da ja ne ordenltiche Intel-Karte drin. Ne, ne, die Laptops habe leider nicht ich ausgesucht daher ist es eben keine ordentliche Hardware.

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